Große Wüstenspringmaus

Große Wüstenspringmaus frisst Kürbiskerne

Überblick

Herkunft:Nördliches Afrika von Marokko über Algerien und Ägypten bis Israel in Küsten-, Sand-, Salz- und Felswüsten, Halbwüsten, Savannen, Ausläufern von Gebirgen und Gerstenfeldern
Sozialverhalten:Paar oder Kleingruppe
Aktivitätszeit:nachtaktiv
Minimale Gehegegröße:300x50x70cm für 2-4 Tiere
Handling:Meist recht scheue Tiere; die langen, kräftigen Beine können für Ungeübte ein Problem werden
Ernährung:(Sehr) kleine Saaten und Getreide, Gräser und Kräuter, Gemüse, wenig Obst, Insekten
Größe und Gewicht:13 – 16cm + 19 – 25cm, 110 – 145g
Geschlechtsreife:8 – 12 Monate
Tragzeit:28 Tage
Besonderheiten:Die Weibchen können sehr dominant und aggressiv werden. Männchen sind untereinander verträglich.
Ampelmaus rot - schwierige Art

Systematik und Biologie

Ordnung:Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung:Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie:Springmäuse (Dipodidae)
Unterfamilie:Wüstenspringmäuse (Dipodinae)
Gattung:Jaculus
Art:Große Wüstenspringmaus (Jaculus orientalis)
Kleine Wüstenspringmaus (Jaculus jaculus) Nordafrika, Sahelzone, Westasien ostwärts bis Iran
Blanford-Springmaus (Jaculus blanfordi) Iran, Afghanistan, Pakistan
Große Wüstenspringmaus (Jaculus orientalis) Nordafrika, Palästina
Turkmenische Springmaus (Jaculus turkmenicus) Turkmenistan, Usbekistan

Die Große Wüstenspringmaus als Wildtier

Große Wüstenspringmäuse kommen im nördlichen Afrika von Marokko über Algerien und Ägypten bis Israel vor. Dort bewohnen sie Küsten-, Sand-, Salz- und Felswüsten, Halbwüsten, Savannen, Ausläufer von Gebirgen, aber auch die Gerstenfelder der Beduinen.

Im harten Boden ihres Lebensraumes legen die Springmäuse ein weit verzweigtes Gangsystem an, das bis zu zwei Meter tief in den Boden reicht. Die Ausgänge dieser Bauten verschließen sie in den heißen Sommermonaten tagsüber mit Sand und Pflanzenteilen, um den Bau vor der Austrocknung zu bewahren und sich vor Fressfeinden zu schützen. Während der kühleren Wintermonate bleiben die Ausgänge offen.

Den Tag verschlafen die streng nachtaktiven Tiere in ihrer mit Kamelhaaren und Pflanzenteilen gepolsterten Schlafkammer, die gleichzeitig auch als Nestkammer dient. Von dieser führen zwei bis drei Fluchtgänge direkt nach draußen. Es gab lange eine Diskussion, ob Große Wüstenspringmäuse in diesen Bauen Winterschlaf halten. Neuere Quellen sprechen eindeutig dafür.

Wenn sich die Mäuse auf Nahrungssuche begeben, laufen sie mitunter 14 km und mehr in einer einzigen Nacht. Dabei sammeln sie grüne Pflanzenteile, Wurzeln, Samen, Körner, Früchte und Insekten. Das notwendige Wasser können die Nager metabolisch erzeugen. Sie müssen es also nicht unbedingt aufnehmen. Flüssigkeit konsumieren sie jedoch auch mit grünen Pflanzenteilen und Insekten.

Große Wüstenspringmäuse haben in ihrer natürlichen Umgebung viele Feinde. Dazu gehören Fenneks, Eulen, Schlangen und andere kleine Räuber. Auf der Flucht vor diesen Bedrohungen können die Tiere eine enorme Geschwindigkeit entwickeln. Fühlt sich eine Wüstenspringmaus bedroht, kann man allerdings auch beobachten, dass sie mit den Vorderpfoten Sand in das Gesicht des Gegners schleudert.

Für den Menschen ist die Große Wüstenspringmaus in Teilen Nordafrikas als Getreideschädling von Bedeutung. Außerdem wird sie von manchen Beduinenstämmen auch als Mahlzeit geschätzt.

Anatomie und Erscheinung

Die Große Wüstenspringmaus ist mit einer Körperlänge von 13 bis 16cm, einer Schwanzlänge von 19 bis 25cm und einem Gewicht von 110 bis 145g kein ganz kleines Nagetier. Die namengebenden Hinterbeine, deren Füße je drei Zehen tragen, werden mehr als 15 cm lang. Sie erlauben den Tieren Sprünge aus dem Stand von bis zu 1 m Höhe und 2 bis 3 m Weite. In ihrer Heimat sorgt ein Büschel weißer Haare unter den Füßen dafür, dass die Tiere im Sand nicht zu sehr einsinken. Auf festem Boden bewirken die scharfen, langen Krallen der Hinterfüße einen optimalen Bodenkontakt, da sie ähnlich wie Spikes arbeiten. Die vergleichsweise winzigen Vorderbeine tragen starke Krallen, mit denen die Tiere gut wühlen können.
Am rundlichen Kopf sitzen große 2,8 bis 3,5 cm lange Ohren. Die großen Augen weisen die Mäuse als nachtaktiv aus.

Das Fell der Tiere ist auf der Oberseite sandfarben bis gelb, auf der Unterseite cremefarben. An den seitlichen Oberschenkeln tragen sie einen mehr oder minder deutlichen weißlichen Streifen.
Auffallend ist das Büschel schwarzweißer Haare am Ende des sonst nur sehr spärlich behaarten Schwanzes.

Groeß Wüstenspringmaus im Terrarium
Große Wüstenspringmaus: Mit den langen Beinen kann sie enorme Geschwindigkeiten erreichen

Die Große Wüstenspringmaus als Haustier

Eignen sich Große Wüstespringmäuse für mich?

Große Wüstenspringmäuse sind recht sensible, anspruchsvolle Nager, die enorm viel Platz brauchen und in der Regel nicht gern angefasst werden wollen. Zudem können sie das Leben und auch die Wohnung des Halters in nicht geringem Maße umkrempeln, wenn Sie sich für die Wohnungshaltung oder Terrarienhaltung mit Freilauf entscheiden.
Damit qualifizieren sie sich lediglich als Hausgenossen für echte Liebhaber und erfahrene Exotenhalter, die ihnen auch alles bieten können und wollen, was die Nager zum Wohlfühlen brauchen. Prüfen Sie also gut, ob Sie diese Tiere wirklich aufnehmen möchten.

Für Kinder sind die sensiblen, nachtaktiven Geschöpfe als Haustiere völlig ungeeignet!

Checkliste Springmaus

  • riecht nicht
  • für naturnahe Gehege geeignet
  • sehr interessantes Verhalten
  • nachtaktiv
  • extrem hoher Platzbedarf
  • oft (zumindest anfangs) sehr scheu
  • Handling braucht Übung
Große Wüstenspringmaus auf meinem Küchenboden
Große Wüstenspringmaus auf meinem Küchenboden

Handling von Großen Wüstenspringmäusen

Die Handhabung hängt stark von der Zahmheit der Tiere ab. Für Springmaus-Einsteiger sind außerdem oft die langen Beine eine Herausforderung.

Zur Handhabung von Großen Wüstenspringmäusen benötigen Sie allerdings keine Lederhandschuhe. Diese Nager beißen nur in extremen Notfällen. Selbst Wildfänge beißen nicht vermehrt. Auch bei schmerzhaften, notwendigen Behandlungen sind die Tiere dem Halter gegenüber nicht aggressiv. Massive Bissigkeit kann deshalb bei dieser Mäuseart als Verhaltensstörung angesehen werden.

Grundsätzlich gilt beim Umgang mit diesen Tieren: Agieren Sie ruhig, langsam und vermeiden Sie jegliche Hektik! Dann lassen sich die Tiere wesentlich besser handhaben, da sie so weniger schreckhaft sind.

Handling zu Hause

Ruhige, ausgeglichene Tiere können Sie einfach in die Hand nehmen, um sie umzusetzen oder das Geschlecht zu bestimmen. Lassen Sie dabei die langen Hinterbeine zwischen den Fingern herausschauen, sodass die Tiere ins Leere strampeln, wenn sie zappeln. Das vermindert das Verletzungsrisiko für die Mäuse erheblich. Achten Sie dabei darauf, dass die Springmäuse dabei nicht zu weit mit den Füßen in Richtung Kopf kommen, da sich die Tiere mit ihren scharfen Krallen ernsthaft selbst verletzen können. Die Krallen sind so scharf, dass sie auch menschliche Haut, besonders die dünnere Frauenhaut, zerschneiden können.

Scheue Exemplare sollten Sie nach Möglichkeit niemals anfassen. Lässt es sich nicht vermeiden und Sie können die Tiere nicht mit der Hand fangen, verwenden Sie ein Handtuch, das Sie auf das betreffende Tier werfen und die Maus so mitsamt Handtuch greifen. Achten Sie hier sorgfältig darauf, dass sich die Springmaus nicht im Stoff verfängt. Das erhöht das Verletzungsrisiko für die dünnen Beine enorm. Frotteehandtücher sind daher für diesen Zweck ungeeignet.
Wickeln Sie das Tier fest in das Handtuch und legen Sie nur die zu betrachtende Stelle, bei der Geschlechtsbestimmung die Afterregion, frei. Wenn Sie die Augen der Springmaus bedecken, wird diese etwas ruhiger.

Geht es nur um das Umsetzen der Mäuse, können Sie sie auch einfach mitsamt Häuschen (Nistkasten) von einem Gehege ins andere verfrachten.

Handling beim Tierarzt

Beim Tierarzt handhaben Sie zahme Tiere wie zu Hause.

Scheue Tiere sollten Sie in einer nicht allzu großen Box zum Arzt transportieren. Wenn die Tiere sich aufrichten und an den Deckel stoßen, ist die Gefahr wesentlich kleiner, dass sie mit Kraft dagegen springen und sich schwer verletzen.

Müssen sehr scheue Exemplare vom Tierarzt untersucht werden, empfiehlt sich eine leichte Gasnarkose. So kann die Untersuchung besser und schneller ablaufen. Außerdem sinkt die Gefahr, dass die Springmaus bei der Untersuchung flüchtet oder verletzt wird. Alternativ hilft auch hier das Handling mit dem Handtuch

Vermeiden Sie es unbedingt, Springmäuse am Schwanz festzuhalten! Für Injektionen können Sie das Tier im bei “Handling zu Hause” beschriebenen Griff halten und eine zweite Person zieht eine Hautfalte (für s.c.) oder hält – vorsichtig!!!) eines der Beine am Oberschenkel (für i.m.) fest. Sie sollten eine Springmaus niemals am dünnen, quasi unbemuskelten Part des Beins festhalten, um Zerrungen durch plötzliche, panische Bewegungen zu vermeiden! Auch dafür können Sie übrigens das Handtuch bei sehr scheuen Tieren verwenden.

Entflohene Springmäuse

Entflohene Tiere können Sie einfach wieder mit der Hand einsammeln, wenn sie zahm sind. Besonders neugierige Exemplare laufen Ihnen vielleicht sogar nach. Einige Tiere gehen bei bodennahen Gehegen auch von selbst wieder in ihre Behausung.

Scheue Springmäuse fangen Sie am besten mit einem dünnwandigen, möglichst großen Karton. Der gibt im Gegensatz zu einer Faunabox, mit der man sonst scheue Exoten gut fangen kann, etwas nach, wenn die Tiere dagegen springen. Zudem sehen die Mäuse die Wände im Gegensatz zur durchsichtigen Box. Das Fangen mit dem Karton minimiert also wieder das Verletzungsrisiko für die Tiere.

Haben Sie mehr Zeit zum Einfangen, können Sie auch einen Nistkasten aus dem Gehege aufstellen und warten, bis die Maus sich darin einquartiert. Schlupföffnung zuhalten. Fertig.

Große Wüstenspringmaus auf meinem Schoß
Große Wüstenspringmaus auf meinem Schoß: So zahm werden nur wenige

Sozialstruktur und Verhalten

Diese streng nachtaktiven Nager leben in sozialen, kleinen Gruppen. Sie sollten also immer mindestens zwei Tiere halten. Es darf aber auch gern eine Gruppe von vier bis acht Tieren sein.

Auch wenn die Gruppen oft ruhig sind, sollten Sie immer ein Auge auf die Springmäuse haben. Jagen sie sich doch einmal, kann das schnell ernste Folgen haben. Meist verletzen sich die Flüchtenden an den Wänden des Geheges tödlich (z.B. Genickbruch). Eine Integration in geschlossenen Gehegen ist daher risikoreicher als im Freilauf.
In der Haltung im Gehege (Grundfläche 300×70 cm) haben die Mäuse bei mir starke Aggressionen gezeigt und sich auch verletzt. Dies ließ mit der Änderung der Haltungsform (siehe Kapitel „Haltung“) stark nach.

Interessant ist die Schlafposition der Wüstenspringmäuse. Entweder schlafen sie auf der Seite liegend und drehen den Kopf leicht ein oder sie sitzen auf ihren Hinterbeinen, den Kopf zur Brust hin eingedreht.

Springmäuse sind hochintelligent, langweilen sich schnell und wollen beschäftigt werden. Egal, ob Sie Ihre Tiere in einem Gehege oder frei in einem Zimmer halten, Sie sollten den Tieren permanent neues Spielzeug oder andere Beschäftigung anbieten. Dabei sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich lasse den Mäusen öfter etwas im Zimmer stehen, das sie untersuchen, beklettern und zernagen können oder worin sich Futter versteckt. Dazu gehören: alte Naturfaserteppiche, volle Altpapierkartons, Weinsteine mit verstecktem Futter, Inventar aus anderen Gehegen, das ausgiebig untersucht und beschnuppert wird, Foodbälle und ähnliches. Auch Clickern ist eine Option für die neugierigen und gelehrigen Springmäuse.

Familiengruppe

Auffallend ist das Aggressionspotenzial der Weibchen. Sie verfolgen und verletzen ihr Männchen mitunter sogar. In geschlossenen Gehegen unter 3 qm Grundfläche kann dies schnell mit dem Tode des Verfolgten enden. Trennen Sie die Tiere dann im Zweifel lieber (temporär). Eine dauerhafte Trennung ist nur sehr selten notwendig.

Vorteile
Mit etwas Glück erleben Sie mit der Jungenaufzucht einen weiteren Aspekt des sehr interessanten Verhaltens der Springmäuse. Zudem trägt die Nachzucht zum Erhalt dieser interessanten Haustiere bei.
Nachteile
Sie müssen ein Auge auf die Laune der Damen haben, um notfalls das/die Männchen rechtzeitig zu trennen.

Gleichgeschlechtliche Gruppen

Die meisten Halter berichten, dass es bei den Männchen in einer Gruppe zu heftigen Kämpfen kommen kann. Das kann ich allerdings nicht bestätigen. Bei mir waren auch mehrere Männchen (in Wohnungsfreilaufhaltung) immer verträglich untereinander.

Auch die Weibchen waren hier untereinander immer unproblematisch – in derselben Haltungsform.

Vorteile
Keine besonderen.
Nachteile
Sie entziehen dem ohnehin spärlichen Haustierbestand weitere Zuchttiere.
Große Wüstenspringmäuse
Große Wüstenspringmäuse brauchen (mindestens) einen Artgenossen

Haltung von Großen Wüstenspringmäusen

Welche Gehegegröße brauchen Große Wüstenspringmäuse?

Einige Quellen empfehlen für die Haltung von Großen Wüstenspringmäusen Aquarien mit Grundflächen von mindestens 120×60 bis 200x50cm. Ich habe schnell feststellen müssen, dass selbst mein Gehege von 300x70cm Grundfläche recht klein für die sehr agilen, neugierigen Tiere ist. Meine Springmäuse leben daher mit offenem Gehege freilaufend in Teilen der Wohnung. Mehr darüber finden Sie im Exkurs zur Wohnungshaltung. Insgesamt halte ich etwa 10qm als Bewegungsfläche für Springmäuse für sehr sinnvoll.
Bei anderen Haltern hat sich auch die Haltung in sehr großen Gehegen mit täglichem Freilauf oder der Umbau eines ganzen Zimmers bewährt.

Welche Gehege eignen sich für Große Wüstenspringmäuse?

Am besten als Gehege geeignet sind für Wüstenspringmäuse umgebaute Zimmer oder Zimmerbereiche. Sie lassen sich sehr schön als Wüstengehege einrichten und sind in der Regel groß genug für die bewegungsfreudigen, agilen Nager.
Mein Tipp: Im Idealfall fliesen Sie ein solches Gehege am Boden und etwa 40cm die Wand hoch, um Löcher in Boden und Wänden zu vermeiden.

Die Haltung in Aquarien ist dagegen sehr problematisch und alles andere als ideal. Manche Halter berichten von panikartigem Umherspringen, wenn sie im Becken hantieren. Die scheuen Tiere versuchen mit großen Sprüngen zu fliehen, wenn sie sich erschrecken oder der Halter nach ihnen greift. Dabei tendieren sie dazu, ungebremst gegen die Aquarienscheibe zu laufen. Das kann schwere bis tödliche Verletzungen nach sich ziehen. Ein Experiment zeigte bei uns ein ähnliches Problem, da die Mäuse die Glasscheiben nicht sehen.
Darüber hinaus sind Aquarien kaum je groß genug für Springmäuse und in großen Größen extrem unhandlich und schwer.

Glas- und OSB-Terrarien haben Aquarien gegenüber den Vorteil, dass sie dank ihrer Scheiben in der Front einen recht problemlosen Freilauf ermöglichen. OSB-Terrarien sind zudem vergleichsweise günstig, weniger fragil als ihr Pendant aus Glas und daher einfacher im Handling. Zusätzlicher Vorteil: Die Tiere sehen die OSB-Platten. Schwere Unfälle sind dadurch in OSB-Terrarien unwahrscheinlicher.

Bauen Sie Ihr Gehege – so Sie sich für eines entscheiden – selbst ganz oder teilweise aus Glas, sollten Sie wie bei Glasterrarien die Scheiben mit Inventar versehen, das die Mäuse noch vor der Scheibe abbremst. Ein Stein, ein Häuschen oder ähnliches erfüllen diesen Zweck sehr gut. Damit die Tiere im Gehege gar nicht zu viel Tempo kriegen können, sollte die Einrichtung so verteilt sein, dass die Nager Slalom laufen müssen. Aus einer geraden Strecke machen die flinken Läufer schnell eine Sprintstrecke.

Volieren, klassische Nagerschränke und ähnliche eher in die Höhe gehende Gehege sind für Springmäuse absolut ungeeignet.

Einstreu für Große Wüstenspringmäuse

Als Einstreu empfiehlt sich in jedem Fall Sand. Mindestens einen Teil des Geheges sollten Sie mit Attapulgit oder Sepiolith auslegen, sodass die Tiere darin ihre Fellpflege betreiben können. Bekommen Springmäuse keinen geeigneten Sand, verfettet das Fell extrem schnell und die Nager können sich leicht erkälten. Den Rest des Geheges können Sie beispielsweise mit durchgesiebtem Flusssand, Strandsand, Erde oder Kleintierstreu auffüllen.

Ebenfalls sehr gern angenommen wird eine nach oben offene Kiste, die mit Erde oder einem Erde-Humus-Gemisch gefüllt wird. Diese Kiste darf gern bis 10cm unter den Rand gefüllt werden und 50cm hoch oder höher sein. Wissen die Springmäuse erst einmal, was sich in der Kiste verbirgt, wird die Rampe schnell überflüssig und sie springen einfach vom Boden aus hinein. Ich konnte auch schon beobachten, dass in der Erde Nester angelegt und sogar bewohnt werden.

Inventar für Große Wüstenspringmäuse

Obwohl Große Wüstenspringmäuse soziale Tiere sind, schlafen einige von ihnen konsequent in getrennten Unterschlüpfen. Daher sollten Sie mindestens einen Unterschlupf pro Maus anbieten, sonst streiten die Nager eventuell um das Häuschen. Als Einrichtung für das Gehege eignen sich größere Wurzeln, Stammteile und Äste sowie Weinsteine, Tontöpfe oder größere Holzhäuschen für Nager.
In Wohnungshaltung verteilen Sie einfach Schlaf- und Sandkisten im Raum/den Räumen der Tiere. Sie können den Mäusen auch eine Ecke mit dem genannten Inventar einrichten. Unbedingt notwendig ist eine spezielle Ecke in Wohnungshaltung jedoch nicht.
Als Nistmaterial können Sie beispielsweise Heu anbieten, aber auch Zellstoff, Hanffasern oder Kapok wird gern angenommen. Manche Tiere freuen sich außerdem über Kokosfasern oder Hundehaare. Mit Leidenschaft werden Kleidungsstücke aus Naturfasern zerlegt und in das Nest eingearbeitet. Wenn Sie die Möglichkeit haben, können Sie auch in einem Zoo, der Kamele hält fragen, ob Sie etwas Kamelhaar für Ihre Tiere bekommen.

Brauchen Springmäuse ein Laufrad?

Laufräder oder Laufteller entsprechen absolut nicht der Bewegungsart von Springmäusen. Daher können Sie darauf verzichten.

Wie biete ich meinen Wüstenspringmäusen Futter und Wasser an?

Futter können Sie in einer Schüssel anbieten oder es im Gehege bzw. der Futterkiste verteilen.
Wasser sollten Sie immer in – erhöht stehenden – Schüsseln anbieten. So können die Tiere es bequem mit den Händen schöpfen und aus der Hand trinken.

WICHTIG: Dieser Text ist nur ein Anhaltspunkt zur Haltung. Mit den lebhaften Mäusen können Sie viele Überraschungen erleben. Welche ich mit meinen Tieren schon erlebt habe, können Sie im Tagebuch nachlesen.

Checkliste Haltung

  • ab 300x50 für 2 Tiere
  • (OSB-)Terrarium + Freilauf, Wohnungshaltung, umgebaute Zimmer(teile)
  • ausgedehnte Lauffläche + Buddelfläche
  • Maschendraht: Maschenweite bis 12mm
  • Sand als Einstreu; ergänzend z.B. Erde, Humus oder Kleintierstreu
  • Gehegetemperatur ab 20°C
  • Heizlampe (oder -matte)
  • Äste, Wurzeln, Kork, Labyrinthe
  • Häuschen aus Holz, Kokosnuss, Ton, Keramik, Porzellan oder Kork
  • Futterschüsseln
  • Wasserschüssel
Naturgehege für Große Wüstenspringmäuse
Für Springmäuse können Sie fantastische Wüstenlandschaften zaubern. Damit die Tiere ihrem Buddeltrieb nachgehen können, sollten Sie dann mindestens eine große Kiste mit Sand-Erde-Gemisch anbieten. Sie können – eine stabile Statik für den schweren Sand vorausgesetzt – aber auch den Sand mit Lehmpulver versetzen (Sand : Lehm 10-15:1): Dann wird auch der Sand gut grabfähig und hält die Gänge, wenn er antrocknet. Im genannten Mischungsverhältnis wird der trockene Sand nicht hart wie Beton. Pflanzen im Naturgehege werden fast immer angefressen – noch lieber aber ausgegraben. Vergittern Sie also am besten die Töpfe.
Brauchen Wüstenspringmäuse eine Heizung?
Diese Mäuse kommen mit Raumtemperaturen ab 20°C sehr gut zurecht. Als Wüstentiere mögen Springmäuse es – zumindest punktuell – trotzdem gern wärmer. Eine Heizmatte (Kabel gut sichern!) oder ein von einem Sun Spot beschienener Stein sind bei den flinken Mäusen äußerst beliebt. Darunter aalen sie sich förmlich und liegen manchmal stundenlang genüsslich ausgestreckt in ihrer “Sonne”. Wenn Sie auch nachts einen solchen Wärmespot anbieten wollen, sollten Sie dann allerdings auf Rotlicht- oder Mondlichtlampen oder einen lichtlosen Keramikstrahler zurückgreifen.
Wüstenspringmäuse beschäftigen
Ich habe Springmäuse immer als sehr neugierige, hochintelligente und gelehrige Nager erlebt, die über ein erstaunlich langes Gedächtnis verfügen. Je nachdem, wie zahm Ihre Mäuse sind, können Sie also beispielsweise Medical Training mit ihnen machen, Target Training oder Clickern. Auch Fummelbretter mit entsprechend leichten Elementen sind ein tolles Spielzeug für die smarten Springmäuse.
Große Wüstenspringmaus im Gehege
Große Wüstenspringmaus im Gehege

Was fressen Große Wüstenspringmäuse?

Die Ernährung Ihrer Großen Wüstenspringmäuse sollte sich an der natürlichen Nahrung orientieren, die vor allem aus viel frischem Grün, Wurzeln, Saaten und Getreiden besteht.
Hier allerdings haben die Mäuse Frischfutter als Hauptmahlzeit verschmäht. Als trockenes Basisfutter gibt es hier daher einen Mix aus Exoten- und Wellensittichfutter, dem Sie nach Belieben Grassamen und verschiedenste Mischungen von Wild- und Unkrautsamen beifügen können. Auch sehr kleine Saaten wie Mohn oder Amaranth nehmen Wüstenspringmäuse gut an. Der Versuch, Löwenzahn- und Petersilienwurzeln zu verfüttern, ist bei mir bis jetzt aber gescheitert. Dafür können sich die Nager sehr für getrocknete Möhren begeistern.
Obst und Gemüse werden mitunter verschmäht. Sie können es aber trotzdem immer wieder anbieten. Manche Tiere entdecken erst nach einiger Zeit ihre Leidenschaft für ein bestimmtes Obst oder Gemüse. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie Obst nur selten anbieten, da die Tiere nicht zu süß gefüttert werden sollten. Sonstiges Grün wie Gräser und Kräuter werden zwar oft interessiert beäugt und umher getragen. Jedoch frisst nicht jede Springmaus davon. Auch hier dauert es mitunter eine Weile, bis sie ihre Begeisterung dafür entdecken.

Auch bei Eiweißfutter dauert es oft lange, bis die Tiere überhaupt etwas annehmen. Um dennoch die Eiweißversorgung zu sichern, mische ich Brösel von getrockneten Seidenraupen oder anderen Trockeninsekten unter die Kleinsaatenmischung.

Ebenfalls anbieten können Sie einen Kalkstein (keinen Salzleckstein!) oder eine Sepiaschale. Achten Sie hier darauf, dass die Tiere nicht zu viel davon fressen. Nehmen Sie den Stein notfalls für einige Zeit aus dem Gehege. Oft wird der Stein aber lediglich mit Zähnen und Krallen bearbeitet, ohne dass die Mäuse davon etwas fressen.

Die Saaten bieten Sie Ihren Mäusen am besten in einer Schüssel an. Fruchtstände von Gräsern und Getreiden können Sie einfach im Gehege verteilen, aufstellen oder aufhängen.
Auch wenn die Tiere sehr wenig trinken, sollten Sie ihnen immer eine Wasserschüssel mit frischem Wasser zur Verfügung stellen.

Checkliste Ernährung

  • variationsreicher Kleinsaatenmix als Basis
  • fressen auch extrem kleine Saaten wie Amaranth
  • Gemüse, Gräser und Kräuter
  • wenig Obst
  • (getrocknete) Insekten als Proteinfutter
  • Wasser in offenen Schalen
Gut zu wissen ...
Neben dem losen Saatenmix können Sie den Springmäusen Hirsekolben und –rispen sowie Getreideähren anbieten. Ebenfalls gern genommen werden Fruchtstände von Gräsern, die Sie im Sommer auf fast jeder Wiese finden. Dieses Futter hat zudem den Vorteil, dass die Tiere länger mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sind.
Jungtier in der Futterecke
Jungtier in der Futterecke

Fortpflanzung und Lebenserwartung Großer Wüstenspringmäuse

Die Nachzucht Großer Wüstenspringmäuse ist immer noch eine Seltenheit.
Manche Halter experimentieren deshalb mit einem Wechsel von karger und reichhaltiger Ernährung, um den jahreszeitlichen Rhythmus zu imitieren und die Tiere so zur Paarung anzuregen. Bei mir wurden die Tiere das ganze Jahr über möglichst optimal gefüttert, zogen aber trotzdem Nachwuchs auf. Inwiefern diese Fütterungsmethode also Erfolg zeitigt, kann ich daher nicht beurteilen.

Ich konnte allerdings die Beobachtung machen, dass meine Tiere sich nur dann vermehren, wenn sie ausreichend Platz zur Verfügung haben. Im Gehege haben sie wahrscheinlich einen Wurf gehabt, aber nicht aufgezogen, sondern die Jungtiere gefressen. Dies ist im Wohnungsfreilauf noch nicht passiert. Zudem scheint die Harmonie des Paares von Bedeutung zu sein.

Das Paarungsverhalten der Großen Wüstenspringmäuse lässt sich gut beobachten. Dabei läuft das Männchen seinem Weibchen nach. Immer wieder tänzeln die Tiere umeinander, während er seine Angebetete anzirpt, bis sie ihm die Paarung schließlich gestattet. Diese Prozedur kann sich mehrmals wiederholen und mehrere Stunden dauern.

War die Paarung erfolgreich, werden nach etwa 28 Tagen zwei bis vier nackte und blinde Jungtiere geboren, die in den folgenden Wochen völlig von der Versorgung durch eine der acht Zitzen der Mutter abhängig sind. Erst mit sechs bis sieben Wochen verlassen die kleinen Wüstenspringmäuse erstmals das Nest, benötigen aber noch mindestens weitere vier Wochen, bis sie selbständig sind. Daher sollten die Jungtiere mindestens 2,5 Monate bei ihren Eltern bleiben.

Ruhe ist für die Aufzucht der Kleinen unabdingbar. Verzichten Sie daher auf Nestkontrollen, sonst besteht die Gefahr, dass die Eltern ihren Nachwuchs verlassen und Sie die Waisen mit der Flasche aufziehen müssen.

Als hilfreich bei der Aufzucht hat sich die Verwendung von Nagerhäuschen bzw. Nistkästen erwiesen, deren Eingang mehrere Zentimeter über dem Boden liegt. So wird vermieden, dass die Mutter den Nachwuchs an den Zitzen aus Versehen mit aus dem Nest schleppt. Dies kann fatal für die Springmauskinder enden, da bei vielen Exemplaren kaum ein Instinkt zum Zurückholen der Jungen ins Nest vorhanden ist. Die Jungtiere werden schlicht „vergessen“. Alternativ können Sie spezielle Schlafhäuschen selbst bauen.

Die Geschlechtsreife tritt bei der Großen Wüstenspringmaus mit 8 bis 12 Monaten ein.

Checkliste Fortpflanzung

  • Tragzeit: ca. 28 Tage
  • Anzahl der Jungen: 2 - 4
  • Geschlechtsreife: mit 8 - 12 Monaten
  • Nesthocker
  • Vermehrung gelingt nur selten
  • Schlafhäuschen mit erhöht liegendem Schlupfloch erhöhen Zuchterfolg
Lebenserwartung
Diese Nager erreichen ein durchschnittliches Lebensalter von etwa 4 bis 5 Jahren.
Gut zu wissen ...
Die meisten in Deutschland gehaltenen Großen Wüstenspringmäuse sind importierte Wildtiere oder Farmzuchten. Eine Nachzucht der Heimtiere hilft, Importe zu verringern und bringt zudem ruhigere und zutraulichere Tiere hervor.
Große Wüstenspringmaus Jungtiere schlafen im Nest

Welche Krankheiten bekommen Große Wüstenspringmäuse?

Wenn Sie die grundlegenden Bedürfnisse dieser Tiere in Haltung und Ernährung beachten, sind Wüstenspringmäuse eher selten krank.
Empfindlich reagieren sie allerdings auf starke Temperaturschwankungen oder auf ein stark verfettetes Fell. Beides kann Erkältungen auslösen, die in jedem Fall behandelt werden müssen.

Sind sich Springmäuse nicht grün, können auch Bissverletzungen schnell die Folge sein. Mit einem minimalen Wundmanagement heilen diese aber in der Regel problemlos ab.

Vor allem in Glasgehegen kommen immer wieder Aufprallverletzungen wie Hämatome, Traumata und Knochenbrüche vor.

Achtung: Eine Kastration männlicher Tiere endet bei klassischen Kastrationsverfahren tödlich! Durch die Körperhaltung der Springmäuse drücken die Organe des Bauchraums auf die Schnittöffnung und rutschen durch. Der betroffene Darmteil stirbt ab, was den Tod des Tieres zur Folge hat. Sollte – etwa aufgrund einer Verletzung oder Hodendrehung – eine Kastration notwendig werden, weisen Sie Ihren Tierarzt unbedingt auf dieses Problem hin, da die OP-Wunde entsprechend alternativ verschlossen werden muss!

Springmäuse und Gesundheit

  • Erkältungen
  • Bissverletzungen
  • Aufprallverletzungen
Tierarztkosten
Auch wenn Springmäuse eher selten erkranken, sollten Sie in jedem Fall eine finanzielle Reserve für veterinärmedizinische Notfälle in Höhe von etwa 200 – 300 Euro anlegen.
Große Wüstenspringmaus: stoffwechselbedingter Fellverlust bei einer Handaufzucht
Große Wüstenspringmaus: stoffwechselbedingter Fellverlust bei einer Handaufzucht

Wie kann ich Wüstenspringmäuse vergesellschaften?

Die Vergesellschaftung Großer Wüstenspringmäuse im Gehege ist eher schwierig und risikobehaftet. Hier kann es durchaus vorkommen, dass die meist recht dominanten Weibchen ihren Bock jagen. Da er mangels Platz nicht ausweichen kann, kann dies zu ernsthaften Verletzungen und sogar zur Tötung des Männchens führen. Auch kann eine flüchtende Maus an den Wänden des Geheges schwer oder gar tödlich verunglücken. Auf der Flucht entwickeln die Tiere ein enormes Tempo, mit dem sie dann ungebremst gegen ein Brett oder eine Scheibe laufen.

Bei Vergesellschaftungen im (dauerhaften) Freilauf ist dieses Problem noch nicht aufgetreten.
Bewährt hat es sich, die Tiere vormittags einander vorzustellen. Zu dieser Zeit sind sie ruhiger. Meist fällt das Kennenlernen dann recht kurz aus, bevor alle wieder schlafen gehen. Nutzen Sie für die Vergesellschaftung ein Wochenende, um auch am ersten Abend und der darauffolgenden Nacht ein Auge auf die Tiere haben zu können. Im Idealfall nutzen Sie einen Raum dafür, den die Tiere sonst nicht betreten dürfen.
Bewährt hat sich auch, ein neues Tier einfach in das Nest der schlafenden Gruppe zu setzen. Hier verschläft es mit den anderen den Tag und nimmt so schon den Gruppengeruch an. Auch hier sollten Sie am Vormittag anfangen und die erste Nacht gut überwachen.
Da die Mäuse sehr unterschiedlich reagieren, kann hier nicht jeder Fall für die folgende Zeit beschrieben werden. Wenn Sie Fragen dazu haben, helfe ich bei Bedarf gern weiter.

Große Wüstenspringmäuse im Nest
Springmäuse: Gemeinsames Kuscheln hilft der neuen Freundschaft auf die Sprünge

Anschaffung Großer Wüstenspringmäuse

Haben Sie nach der Lektüre festgestellt, dass Große Wüstenspringmäuse die richtigen Tiere für Sie sind, beginnt die – vermutlich langwierige – Suche nach den Nagern.

1. Tierschutz

Im Tierschutz habe ich schon seit 2015 keine Wüstenspringmäuse mehr gesehen. Dass Sie hier heutzutage noch fündig werden, ist fast ausgeschlossen.

2. Seriöser Züchter

Im Idealfall führt Ihr Gang Sie deshalb zu einem seriösen Züchter. Den finden Sie unter anderem in Zoos oder über Kleinanzeigen spezialisierter Portale, aber auch in den sozialen Medien.
Der kann Sie fundiert beraten, kennt seine Tiere gut und ist sicher bei der Geschlechtertrennung. Hier ist das Risiko gering, kranke Mäuse oder das falsche Geschlecht zu erwerben.

3. Messen und Börsen

Auch auf Messen und Börsen treffen Sie manchmal auf Springmäuse. Hier lässt sich leider nicht zuverlässig nachvollziehen, woher die angebotenen Mäuse wirklich stammen. Sie können also auch – wider Willen – Farmzuchten oder Wildfänge erwerben.
Schauen Sie sich in jedem Fall die angebotenen Tiere hier gründlich an, ob diese gesund sind. Denn gerade in diesem Umfeld tummeln sich oft schwarze Schafe, die kranke und ältere Tiere verkaufen.

4. Zoohandlung und Vermehrer
Für Vermehrer ist die Zucht in der Regel uninteressant, da sie zu selten gelingt. Manche “Züchter” verkaufen jedoch auch Wildfänge oder Farmzuchten als eigene Nachzuchten. Seien Sie hier also vorsichtig.
Sehr selten verkaufen auch spezialisierte Zoohandlungen Große Wüstenspringmäuse. Die Gefahr, kranke und/oder parasitenbehaftete Tiere verkauft zu bekommen, ist hier groß. Zudem führen die Läden in der Regel Wildfänge oder Farmzuchten.

Checkliste Anschaffung

  • (Gehege)
  • Freilauf
  • Sand u. a. Einstreu und Nistmaterial
  • Einrichtung (Wurzeln, Äste, Stammstücke, Kork, Buddelaqua, ...)
  • Schüsseln für Wasser und/oder Futter
  • Transportbox
  • Tierarzt, der im Zweifel bereit - und fähig! - ist, die flinken Exoten zu behandeln
Anschaffungskosten
Für die Anschaffung Großer Wüstenspringmäuse sollten Sie je nach Gehegelösung für die Grundausstattung 300 bis weit über 1000 Euro einplanen. Die laufenden Kosten für ein Paar belaufen sich im Monat für Trocken- und Frischfutter sowie Sand auf etwa 30 bis 40 Euro.

Große Wüstenspringmäuse in Artengesellschaften

Große Wüstenspringmäuse sind sehr friedliche Tiere, die sich mit jedem Nager vertragen, der ihnen freundlich begegnet. Jedoch würden Artengesellschaften mit Großen Wüstenspringmäusen so viel Platz beanspruchen, dass es für den normalen Nagerhalter nicht praktikabel ist.

Eine Gesellschaft mit Kleinen Wüstenspringmäusen ist möglich. Hier sollten Sie aber beachten, dass die Tiere eine sehr enge Dynamik eingehen und sich auch miteinander artübergreifend fortpflanzen können. Außerdem können die dominanteren Großen Wüstenspringmäuse die kleinen Verwandten ernsthaft verletzen, wenn die Chemie nicht stimmt.

In der Natur bewohnen Große Wüstenspringmäuse und Fette Sandratten da, wo beide Arten vorkommen, häufig dieselben Baue. Auch mit ihnen wäre eine Artengesellschaft denkbar. Erfahrungswerte aus der Haustierhaltung gibt es dazu bislang aber leider nicht.

Quellen:

Animal Diversity
rodent-info.net
Uni Düsseldorf zitiert nach Dittrich, Peter (1983): Biologie der Sahara. Chimaira Verlag
El Hilali, M., J. Veillat. 1975. Jaculus orientalis : A True Hibernator. Mammalia, 39: 401-404.
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