Striemengrasmaus

 Striemengrasmaus in einer Korkröhre

Überblick

Herkunft:Afrika von Uganda und Kenia bis Angola und Südafrika auf verschiedenen Höhenlagen
Sozialverhalten:für kleine und größere Gruppen bis ca. 15 Tiere geeignet
Aktivitätszeit:tagaktiv
Minimale Gehegegröße:130 x 50 x 60 cm für 3 – 4 Mäuse
Handling:es gibt sowohl recht zahme, umgängliche Sippen, als auch sehr scheue, kaum händelbare
Ernährung:Saaten und Getreide, viel Frischfutter (aber nur wenig Obst), Insekten
Größe und Gewicht:8 – 11 cm + 10 – 12 cm, 50 – 100 g
Geschlechtsreife:ca. 8 Wochen
Tragzeit:ca. 21 Tage
Besonderheiten:Unkastrierte Böcke bekämpfen sich bis zum Tod. Eine möglichst frühzeitige Kastration oder Trennung verhindert da.

 

Systematik und BiologieAmpelmaus rot - schwierige Art

Ordnung:Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung:Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie:Mäuseartige (Muroidea)
Familie:Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie:Echte Mäuse (Murinae)
Gattung:Rhabdomys
Art:Striemengrasmaus (Rhabdomys spec.)
Nach Deutschland wurden mehrmals Striemengrasmäuse aus verschiedenen Regionen importiert. Dabei handelt es sich um die optisch sehr ähnlichen Feuchtgebiets-Striemengrasmaus (Rhabdomys dilectus) und die Küsten-Striemengrasmaus (Rhabdomys pumilio). Eine nähere Einführung zur Unterschiedung der beiden Arten finden Sie HIER.

Wildtier Striemengrasmaus

In der Natur kommen Striemengrasmäuse in Afrika von Uganda und Kenia bis Angola und Südafrika vor, wo sie in verschiedensten Höhenlagen anzutreffen sind. In höheren Lagen sonnen sich die tagaktiven Bodenbewohner auch gern. Die bei uns gehaltenen Tiere stammen aus verschiedenen Regionen Afrikas.
Striemengrasmäuse sind sehr gesellig und treten teilweise in großen Gruppen auf. Das Sozialleben der Tiere in diesen Gruppen wird im Goegap Naturreservat, Südafrika, näher erforscht.
Die Forscher dort fanden bisher heraus, dass die in großen Gruppen lebenden Tiere bei Nahrungsknappheit zu Einzelgängern werden. Erst bei einem genügend großen Nahrungsangebot entstehen wieder komplexe Familiengruppen, die sich aus bis zu 30 Tieren zusammensetzen können.
In diesen Gruppen ziehen immer zwei bis vier Weibchen, meist Schwestern, gemeinsam ihren Nachwuchs auf. Jedoch ist auch der Vater an der Aufzucht beteiligt. Die erwachsenen Sprösslinge bleiben noch lange bei den Eltern, oft noch für ein ganzes Jahr bis zur nächsten Fortpflanzungssaison.

Anatomie und Erscheinung

Striemengrasmaus
Markante Unterscheidung zu Streifengrasmäusen: die Streifen nur auf dem Rücken

Obwohl in etwa gleich groß unterscheiden sich Striemengrasmäuse sowohl in Statur, als auch in Zeichnung deutlich von Streifengrasmäusen. Sie besitzen nur vier deutliche, schwarze Streifen auf dem Rücken, von denen die beiden mittleren am vorderen und hinteren Ende zusammenlaufen. Die Flanken dagegen sind nicht gestreift und gelblich-braun gefärbt. Die Fellstruktur ist voluminöser durch die dichte Unterwolle.
Striemengrasmäuse werden mit einem durchschnittlichen Gewicht von 50 bis 100 g erheblich massiger, ihr Schwanz ist bei 10 bis 12 cm Körperlänge mit 8 bis 11 cm im Verhältnis kürzer und unbehaart.

Die Striemengrasmaus als Haustier

Eignung

Striemengrasmäuse sind ausgesprochen aktive Tiere, die fast den ganzen Tag geschäftig durch ihr Revier laufen, räumen und bauen. Zahme Exemplare lassen sich sehr gut beobachten, da sie sich kaum verstecken.
Besonders Jungtiere im Alter von 3 bis 6 Wochen sind noch ziemlich schreckhaft und können in Panik ziellos davonspringen, wenn man sich ihnen nähert. Ältere Tiere werden mit zunehmendem Alter und Gewicht ruhiger und sind eher neugierig als schreckhaft. Aber auch diese Tiere sind keine Streicheltiere. Einige Linien bringen allerdings auch extrem scheue Exemplare hervor, die auch als erwachsene Mäuse sehr versteckt leben.
Striemengrasmäuse eignen sich also für Halter, die den Tieren ein großes, abwechslungsreiches Habitat anbieten können und ihre Tiere lediglich beobachten wollen.
Für Kinder sind diese Nager nicht als Haustiere geeignet.

Handhabung

Die Handhabung richtet sich bei diesen Mäusen sehr danach, wie zahm sie sind. Wie bei allen exotischen Mäusen sollten Sie das Festhalten am Schwanz grundsätzlich unterlassen. Bei Jungtieren besteht die Gefahr, dass diese sich sehr schnell im Kreis drehen und dadurch die Schwanzhaut abreißt. Bei adulten Tieren verbietet sich das Hochnehmen am Schwanz schon allein aufgrund ihres Gewichts. Selbst an der Schwanzwurzel sollten Sie die Mäuse nicht hochnehmen.
Geht es zu Hause nur um das Umsetzen eines Striemengrasmaus, so fangen Sie sie am besten mit einer kleinen Faunabox ein und entlassen sie aus dieser in seine neue Umgebung. So bleiben sowohl dem Tier, als auch Ihnen als Halter der Stress und die Gefahren der direkten Berührung erspart.

Auch die Geschlechtsbestimmung kann mittels einer durchsichtigen Faunabox stattfinden, in der Sie das Tier in Ruhe durch das Plexiglas von unten betrachten können.

Für den Tierarztbesuch möchte ich hier keine konkreten Empfehlungen angeben, da dies vom Wesen des Patienten sowie der Art der Erkrankung und der damit notwendigen Berührung abhängt. Grundsätzlich eignet sich bei Striemengrasmäusen auch in der Tierarztpraxis entweder die durchsichtige Transportbox oder das Festhalten mittels Handtuch. Sehr scheue Tiere sollten für eingehendere Untersuchungen nach Möglichkeit mit Isofluran leicht betäubt werden.

Entflohene Exemplare fangen Sie am besten mit einer Gitterfalle, einer Transportbox oder einer Eimerfalle ein. Vor allem bei scheuen Striemengrasmäusen kann das Fangen mit der Box allerdings zur Geduldsprobe werden. Hier ist die Gitterfalle die bessere Alternative. Die Eimerfalle eignet sich vor allem für die schwereren erwachsenen Mäuse. Jungtiere sind öfter noch bereit hohe Sprungversuche zu unternehmen und entkommen aus Eimerfallen daher schneller wieder.

Sozialstruktur

2 Striemengrasmäuse im Nest
Striemengrasmäuse dürfen niemals allein sein

Als problemlos in der Haltung gelten in der Erfahrungsliteratur Gruppen mit einem Männchen und mehreren Weibchen, Paare und reine Weibchengruppen. Gemischte Gruppen mit mehreren Männchen gelten auf Dauer als problematisch, da die Gefahr von Kämpfen besteht. Für reine Männchengruppen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit blutige Auseinandersetzungen, oft mit Todesfolge, vorausgesagt.

Ich selbst habe die Tiere so erlebt: Kastraten bilden oft friedliche Gruppen. Selten gibt es aber auch hier noch so heftige Kämpfe, dass eine Gruppe aufgelöst oder mindestens ein Tier entnommen werden muss. Unkastrierte Männchen werden mit einsetzender Geschlechtsreife meist sehr aggressiv zueinander. Da sich diese Aggressionen auch nach einer Kastration lange erhalten können, sollte die möglichst früh vorgenommen werden, wenn keine andere Lösung für die Mäuse geplant ist. Verlassen Sie sich in jedem Fall nicht auf scheinbaren Frieden bei Erwerb der Tiere! Unkastrierte Striemengrasmausmännchen werden sich über kurz oder lang in meist recht kurzen, aber heftigen Kämpfen gegenseitig töten. Zeit, wie Sie sie bei aggressiven Böcken anderer Arten (z.B. Farbmäuse) haben, haben Sie bei Striemengrasmäusen nicht. Schon der erste Kampf kann innerhalb von Minuten tödlich enden.

Achten Sie bei gemischter Haltung darauf, den Bock zu kastrieren, da die Gruppe sonst sehr schnell anwachsen kann! Wenn Sie Striemengrasmäuse nachzüchten möchten, sollten Sie vorher vor allem den Verbleib der Böcke klären. Außerdem sind Striemengrasmäuse sehr fruchtbar. Wenn Sie planen, Ihre neuen Hausgenossen als Familiengruppe zu halten, sollten Sie schon vor der Anschaffung für eine Lösung für alle überzähligen Tiere sorgen.

Haltung

Da die Tiere vorwiegend tagaktiv sind, sollte die Unterbringung möglichst hell sein. Notfalls kann das Naturlicht auch durch eine zusätzliche Beleuchtung ergänzt werden.
Striemengrasmäuse stammen aus einer warmen Umgebung. Daher sollte die Raumtemperatur nicht unter 20°C liegen. Eigene Erfahrungen zu niedrigeren Temperaturen liegen nicht vor. Jedoch konnte ich beobachten, dass sie Temperaturen über 30°C noch sehr gut tolerieren können.

Striemengrasmaus im Gehege
Striemengrasmäuse mögen ein gut strukturiertes Gehege

Während viele Quellen eine Unterbringung mit einer Größe von etwa 100 x 40 x 40 cm für angemessen halten, halte ich dies für Striemengrasmäuse für zu klein. Meiner Erfahrung nach ist eine Größe von 130 x 50 x 60 cm das Minimum für 3 bis 4 Mäuse. Die Unterbringung darf gern deutlich größer sein und wird von den Grasmäusen auch voll genutzt.
Am besten eignet sich ein Eigenbau, etwa aus einem umgebauten Schrank. Dieser kann in der Grundstruktur am Boden eine Fläche zum Wühlen mit ca. 20 cm hoher Einstreu und viel Heu und mindestens ein bis zwei große Etagen aufweisen. Die Wühlgelegenheit ist jedoch nicht unbedingt notwendig. Bei mir hat sich gezeigt, dass Striemengrasmäuse sie kaum benutzen und meist auf den oberen Etagen bleiben. Sie nutzen die Streumengen aber gern, schleppen sie weg und verarbeiten sie zu weichen Nestern.
Auch Terrarien, die die entsprechenden Maße und eine ausreichende Lüftung aufweisen, sind bedingt geeignet. Hier wäre eine Vergrößerung der Kletterfläche wünschenswert, da diese – entsprechend gestaltet – durchaus genutzt wird.
Aquarien halte ich wegen der hohen Menge des Urins und der damit verbundenen hohen Ammoniakentwicklung für ungeeignet. Ebenfalls ungeeignet sind Volieren, da diese Mäuse eher behäbige Kletterer sind und den vorhandenen Raum nur schlecht nutzen können.

In der hohen Einstreu, die aus Kleintierstreu, Lein, Heu oder ähnlichen Materialien bestehen kann, können die Tiere oberflächliche Gangsysteme anlegen. Unterirdische Gänge wie etwa Mongolische Rennmäusen sie bauen, graben Striemengrasmäuse jedoch nicht. Sie bevorzugen es, jegliches, im Gehege befindliches Fasermaterial zu Nestern zusammenzubasteln und diese als Höhlen zu nutzen.

Als Einrichtung eignen sich Korkröhren, dicke Äste und größere Wurzeln sowie Verstecke und Häuschen aus den verschiedensten Naturmaterialien. Ein Sandbad nutzen Striemengrasmäuse nicht.
Ebenfalls zum Inventar gehören je eine Schüssel für Feucht- und Trockenfutter sowie eine Trinkflasche.

Ernährung

Striemengrasmaus mit Ulmenblättern
Striemengrasmäuse mögen viel Frischfutter

Verglichen mit vielen anderen afrikanischen Arten haben Striemengrasmäuse einen sehr hohen Wasserbedarf und produzieren entsprechend mehr Urin.
Den Futternapf sollten Sie erhöht aufstellen, sodass die Tiere ihn beim Wühlen nicht sofort verschütten. Sie sollten ihn relativ klein wählen, da sich Striemengrasmäuse beim Fressen sonst gern in den Napf setzen und mit ihrem Urin bei einer Mahlzeit schnell das verbliebene Futter verderben. Alternativ zu einem einzelnen Napf bietet sich beispielsweise die Möglichkeit an, an mehreren Stellen im Gehege aus mehreren Schüsseln von maximal 5cm Durchmesser zu füttern. Dies regt die Tiere gleichzeitig zu mehr Bewegung bei der Futterbeschaffung an.
Da Striemengrasmäuse mit zunehmendem Alter zur Korpulenz neigen, sollten Sie die Ernährung nicht zu zucker- und fettreich gestalten. Wenn Sie Fertigmischungen füttern, sollten Sie also in jedem Fall einen genauen Blick auf die Zutatenliste werfen.

Als Trockenfutter eignen sich feine Körnermischungen versetzt mit Getreide und Kräutern. Ebenfalls gut geeignet ist Kolbenhirse, an der die Tiere ihre Mahlzeit wieder erarbeiten müssen. Beim Frischfutter liegt der Schwerpunkt auf Gemüse und sonstigem Grünfutter. o dient nur als seltene Ergänzung.
Ebenfalls essentiell für die Ernährung der Striemengrasmäuse ist tierisches Eiweiß. Dafür eignen sich beispielsweise lebende Futtertiere. Die haben den Vorteil, dass sie die Mäuse zu mehr Bewegung animieren und sie mit der Jagd einige Zeit beschäftigen. Alternativ können Sie auch Trockeninsekten, gekochtes Ei oder ähnliches verfüttern.

Fortpflanzung

Junge Striemengrasmaus im Futternapf
Junge Striemengrasmaus im Futternapf

Striemengrasmäuse sind Vergleich zu anderen Grasmäusen sehr vermehrungsfreudig. Bereits im Alter von drei Monaten haben viele Tiere nach einer Tragzeit von 21 Tagen ihren ersten Nachwuchs. Für diesen wird ein kugelförmiges Nest aus Gras, Heu oder anderen Fasermaterialien angelegt. Hier betreuen die Eltern zumeist gemeinsam den Nachwuchs, welcher sich erstaunlich schnell entwickelt. Schon nach 10 Tagen verlassen die Jungtiere zum ersten Mal das Nest. Mitunter sind sie mit 2 Wochen schon so weit entwickelt, dass sie in ihrer Ernährung von der Mutter völlig unabhängig sind. Jedoch sollten sie trotzdem noch einige Zeit bei der Mutter verbleiben, da die Jungen erst mit 2 Monaten geschlechtsreif werden und eine Gefahr ungewollten Nachwuchses trotz der Selbständigkeit der Kinder nicht besteht. So können die Kleinen noch viel von den erwachsenen Tieren der Gruppe lernen.

In Gefangenschaft machen viele Paare zwischen den Würfen keine Pause, sodass etliche Würfe im Abstand von 21 Tagen möglich sind. Dabei lässt irgendwann die Wurfgröße nach und man kann für jüngere Weibchen 6-8 Junge, für ältere, die ununterbrochen geworfen haben, nur 2-3 Junge annehmen.
Obwohl pausenlose Würfe möglich sind, brauchen die Weibchen in jedem Fall Wurfpausen, in denen sie sich von den Anstrengungen der Schwangerschaft und Aufzucht erholen können. Gönnen Sie ihnen diese Erholungsphasen nicht, verkürzt das ihre Lebenserwartung.
Verpaaren Sie Männchen und Weibchen neu, sollten Sie die Tiere gut beobachten, da das Männchen sein neues Weibchen extrem hetzen und sogar verletzen kann, wenn dieses nicht paarungsbereit ist. Bei bestehenden Paaren tritt dieses Problem nicht auf.

Auch mit dem männlichen Nachwuchs kann es ab der Geschlechtsreife der Jungen zu Problemen mit dem Vater führen, der seine Söhne nun als Konkurrenten ansieht und tötet. Die Trennung sollte zwischen der 5. und 6. Woche erfolgen.
Erwerben Sie eine gemischtgeschlechtliche Gruppe, müssen Sie schon vor dem Kauf klären, wohin der Nachwuchs kommen soll. Erweist sich das als Problem, ist eine reine Weibchengruppe, eine gemischte Gruppe mit Kastraten oder eine reine Kasratengruppe die einzige Lösung.

Striemengrasmäuse werden durchschnittlich 2,5 Jahre alt.

Krankheiten

Verletzte Striemengrasmaus
Verletzte Striemengrasmaus: Solche Wunden entstehen in Sekunden

Striemengrasmäuse haben eine recht robuste Gesundheit. Am ehesten neigen sie zu Fettleibigkeit und den damit verbundenen Problemen. Diesem Problem lässt sich jedoch mit entsprechender Ernährung beikommen.
Weitere, häufiger auftretende Erkrankungen sind nicht bekannt.

Allerdings können sich die Tiere bei Kämpfen schwer verletzen. Diese Bißwunden sind mitunter sehr großflächig, wie das Foto zeigt. Striemengrasmäuse können sie überstehen, benötigen aber gerade bei großflächigen Wunden eine intensive Betreuung – und leider auch ein Quentchen Glück. Wunden wie auf dem gezeigten Bild können im schlimmsten Fall in Sekunden entstehen. Im Fall dieser Maus hat die Heilung danach mehr als 12 Wochen benötigt. Nicht jedes Tier überlebt Wunden dieser Größe allerdings.

Trotzdem sollten Sie für alle Fälle eine Rücklage von rund 100 Euro für veterinärmedizinische Notfälle haben.

Vergesellschaftung

Striemengrasmäuse in der Badewanne
Striemengrasmäuse lernen sich in der Badewanne kennen

Bei der Vergesellschaftung von Striemengrasmäusen sollten Sie behutsam vorgehen, da die Tiere im ersten Moment ziemlich aggressiv reagieren und sich ernsthaft verletzen können. Daher würde ich für diese Mäuse die Etappenmethode empfehlen und diese über ca. 14 Tage führen, damit die Gruppe auch sicher stabil ist. Vorbereiten können Sie die Etappenmethode mit der Trenngittermethode. Die erste Stufe sollte dabei die Badewanne oder eine Box bzw. ein Käfig von mindestens 80 cm Seitenlänge sein.
Notfalls können Sie die Etappenmethode mit der Duftmethode (Tiere mit der fremden Streu aus der Kloecke abreiben) verbinden, um dem Projekt zum Erfolg zu verhelfen.

Verzichten Sie auf Vergesellschaftungsversuche mit adulten, unkastrierten Böcken. Ein solches Vorhaben wird in schwer verletzten oder gar toten Mäusen enden. Dieser Konstellation ist keinerlei Aussicht auf Erfolg beschieden.

Anschaffung

Striemengrasmaus auf einem Häuschen
Vor der Anschaffung von Striemengrasmäusen sollten Sie sich sehr gründlich informieren

Striemengrasmäuse gibt es im Tierschutz fast nie. Werden Sie also bei Tierheimen oder Nottationen kaum fündig, sollten Sie sich an einen seriösen Züchter wenden. Diese finden Sie neben Foren auch auf diversen Messen. Checken Sie am besten im Vorfeld ab, wie seriös der Anbieter ist und treffen Sie sich dann später auf einer Messe zur Übergabe. Schauen Sie sich die angebotenen Tiere gründlich an, ob diese gesund sind. Von Spontankäufen auf der Messe kann ich nur abraten, denn gerade hier tummeln sich auch viele schwarze Schafe.

In Zoohandlungen findet man die possierlichen Nager eher selten. Von einem Kauf ist im Geschäft sollten Sie aber ohnehin Abstand nehmen. Zu groß ist das Risiko, sich kranke, parasitenverseuchte und/oder schwangere Tiere einzuhandeln. Auch die Geschlechterbestimmung ist im sogenannten Fachgeschäft meist nicht so sicher wie beim Züchter.

In seltenen Fällen geben auch Universitäten und Labors Striemengrasmäuse ab. Eine Nachfrage bei Labortierhilfen oder direkt an den Unis kann sich also lohnen.

Je nach Gehegelösung und Einrichtung sollten Sie für die Anschaffung von Gehege, Streu, Inventar, Futter und Transportbox zwischen 200 und 350 Euro einplanen.
Die monatlichen Kosten für Futter und Streu liegen bei ca. 20 bis 40 Euro.

Artengesellschaft

Bitte bedenken Sie in jedem Fall: Artengesellschaften gehören immer in Hände erfahrener Halter und benötigen deutlich mehr Platz als die artreine Haltung!

Für eine Artengesellschaft sind Striemengrasmäuse nur bedingt geeignet, da nicht jedes Exemplar verträglich ist mit anderen Arten. Besondere Vorsicht sollten Sie bei der Kombination mit anderen Grasmäusen walten lassen. Schaffen Sie also niemals Striemengrasmäuse für eine Artengesellschaft an, wenn Sie bei Nichtvertragen nicht auch die Möglichkeit haben, beide Arten getrennt zu halten.
Sie sollten beide Arten, die Sie vergesellen möchten, schon als artreine Gruppe längere Zeit gehalten haben und ausreichend über die Bedürfnisse und E

genheiten beider Arten informiert sein. So vermeiden Sie Artenkombinationen, unter denen einige Bedürfnisse der Tiere leiden würden.
Eine Artengesellschaft mit Striemengrasmäusen ist nur mit Nagern denkbar, die wie diese mit der geringen Energiemenge des Futters auch gut ernährt werden können. Bedenken Sie: Die meisten Mäusearten sind dämmerungs- oder nachtaktiv, Striemengrasmäuse dagegen tagaktiv. Das Gehege sollte also eine Gesamtgrundfläche (Etagen eingerechnet) von mindestens 3,5 bis 4 qm haben und so gestaltet sein, dass die Striemengrasmäuse die schlafenden Tiere der anderen Art nicht stören – und umgekehrt. Können Sie diese Grundbedingungen nicht sicherstellen, sollten Sie von einer Artengesellschaft in jedem Fall absehen!

Weitere Informationen

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Quellen:
stripedmouse.com
Rodent-Info