Turkmenischer Maushamster

Turkmenischer Maushamster frißt Hibiskusblüte

Überblick

Herkunft:Mittel- und Hochgebirgszonen des Great Balkhan-Gebirgszug im SW Turkmenistans, NW Afghanistans bis zum westlichen Kopet-Dag
Sozialverhalten:Kleingruppen
Aktivitätszeit:dämmerungs- und nachtaktiv
Minimale Gehegegröße:100 x 50 x 150 cm für 2 – 3 Mäuse
Handling:sehr flotte Mäuse -> braucht viel Übung; nur sehr selten Beißer
Ernährung:Saaten und Getreide, Insekten, Gräser und Kräuter, Gemüse, Obst
Größe und Gewicht:7 – 9 cm + 8 – 10 cm, 17 – 24 g
Geschlechtsreife:4 – 6 Monate
Tragzeit:29 – 32 Tage
Besonderheiten:Maushamster neigen v.a. nach einem Umzug zu Unruhe in der Gruppe und Unverträglichkeit.

Systematik und BiologieAmpelmaus gelb

Ordnung:Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung:Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie:Mäuseartige (Muroidea)
Familie:Maushamster (Calomyscidae)
Gattung:Maushamster (Calomyscus)
Art: Maushamster (Calomyscus mystax)

 

Es gibt 8 Maushamsterarten

Baluchischer Maushamster (Calomyscus baluchi)Baluchistan
Echter Maushamster (Calomyscus bailwardi)Zentral-Iran
Goodwin-Maushamster (Calomyscus elburzensis)N(O)-Iran bis NW-Afghanistan
Großer Maushamster (Calomyscus grandis)Nord-Iran
Hotson-Maushamster (Calomyscus hotsoni)Südwestliches Pakistan
Tsolov-Maushamster (Calomyscus tsolovi)Südwest-Syrien
Turkmenischer Maushamster (Calomyscus mystax)Nordafghanistan, NO-Iran, Südturkme-nistan
Urartu-Maushamster (Calomyscus urartensis)Iranischer Teil des Kaukasus

Manchmal werden alle Maushamster unter einer einzigen Art, Calomyscus bailwardi, zusammengefasst. Die oben angeführten Arten werden dann als Unterarten definiert. Daher findet man den Turkmenischen Maushamster auch als Calomyscus bailwardi mystax.
Bei den in Deutschland und im europäischen Ausland gehaltenen Tieren ist noch nicht endgültig klar, ob es sich um Goodwin-Maushamster, Turkmenische Maushamster oder deren Hybriden handelt, da im Fanggebiet der ersten Tiere beide Arten und deren Hybriden vorkommen.

Wildtier Turkmenischer Maushamster

Turkmenische Maushamster kommen in den Mittel- und Hochgebirgszonen des vegetationsarmen Great Balkhan-Gebirgszug im Südwesten Turkmenistans, Nordwesten Afghanistans bis zum westlichen Kopet-Dag an der Grenze zum Irak vor. Dort leben sie in einem wüstenähnlichen Klima und auf einem steinigen und felsigen Untergrund. Im harten Boden legen sie keine eigenen Bauten an, sondern nutzen natürliche Fels- und Geröllspalten als Unterschlupf.

Sie ernähren sich in freier Wildbahn hauptsächlich von verschiedenen Sämereien und je nach Jahreszeit auch von Strauchfrüchten. In geringem Maße werden auch Stängel, Blüten und Blätter verschiedener Pflanzen gefressen. Inwieweit Maushamster ihren Speiseplan durch Insekten und anderes tierisches Eiweiß ergänzen, ist noch nicht bekannt.

Trotz ihrer geringen Größe werden Turkmenische Maushamster in der freien Natur etwa 3 bis 3,5 Jahre alt.

Anatomie und Erscheinung

Turkmenischer Maushamster auf der Korkröhre
Schon optisch haben Maushamster wenig mit Hamstern gemein

Turkmenische Maushamster sind eher kleine Nager. Sie erreichen eine Körperlänge von 7 bis 9 cm und haben einen 8 bis 10 cm langen Schwanz mit einer kleinen Haarquaste am Ende. Die grazilen Tiere sind dabei sehr leicht und wiegen im Durchschnitt 17 bis 24 g.
Junge Maushamster haben noch blau- bis aschgraues Fell. Nach dem Fellwechsel sind sie oben grau- bis beigebraun und haben eine weiße Unterseite. Farbformen gibt es noch nicht.
Mit ihrer leicht abgerundeten Nase, den großen Augen und den großen, trichterförmigen Ohren sowie dem langen Schwanz erinnern Maushamster mehr an Mäuse als an Hamster. Auch ihre Füße sind deutlich besser zum Klettern ausgelegt, als die von Hamstern. Hierin zeigt sich, dass Maushamster, zwar “Hamster” heißen, aber echte Mäuse sind.

Der Turkmenische Maushamster als Haustier

Eignung

Turkmenische Maushamster sind sehr flinke, agile Tiere. Sie sind zwar neugierig, werden jedoch nicht streichelzahm und nur begrenzt futterzahm. Dafür stellen sie durch ihre Bewegungsfreudigkeit deutlich höhere Platzansprüche, als man bei einem Tier dieser Größe meinen möchte. Nach Einbruch der Dunkelheit und selten auch tagsüber lassen sie sich aber gut beobachten, wie sie durch ihr Gehege klettern und springen.
Insgesamt sind Maushamster keine schwierigen Haustiere, da sie sowohl was ihr Gehege als auch ihre Ernährung betrifft, relativ leicht zufrieden zu stellen sind. Dies setzt natürlich voraus, dass Sie den Tieren genügend Platz zum Bewegen bieten.
Schwierig kann lediglich das Handling werden, da die Tiere extrem gut zu Fuß sind. Auch die Geschlechterbestimmung kann zu einer echten Herausforderung werden.
Mit ihnen wird also am ehesten ein Halter glücklich, der Spaß an großen, reich strukturierten Gehegen hat und daran, die Tiere darin zu beobachten. Für Kinder sind Maushamster keinesfalls geeignete Haustiere!

Handhabung

Maushamster spickt aus dem Gehege
Scheue Maushamster: Manchmal siegt dann doch die Neugierde

Die Handhabung der extrem flinken Maushamster erfordert eine gewisse Übung. Erfahrene Halter können die Tiere mit der Hand greifen. Die Chance, gebissen zu werden, ist dabei äußerst gering.
Haltern, die keine oder nur wenig Erfahrung um Umgang mit solch kleinen, agilen Nagern haben, empfiehlt es sich, die Tiere mit einer kleinen Faunabox, einer Papprolle oder ähnlichem zu fangen.
Halten Sie die Tiere beim Einfangen niemals am Schwanz fest! Die Schwanzhaut kann leicht abreißen und das Tier verliert den kompletten Schwanz.

Beim Tierarzt können Sie Maushamster bei Bedarf auch im Nacken nehmen. Notfalls kann der Patient auch im Nacken und an der Schwanzwurzel (!) auf der Unterlage fixiert werden. Beide Griffe bedeuten für die eher scheuen Tiere großen Stress und sollten daher nur angewendet werden, wenn sie unbedingt erforderlich sind!

Ist einer der flinken Nager einmal aus dem Gehege entwischt, können Sie ihn mit einer TripTrap oder auch mit einer Faunabox wieder einfangen. Sehr geschickte Halter können das Tier auch mit der Hand greifen.

Sozialstruktur und Verhalten

Die kleinen, dämmerungs- und nachtaktiven, sehr neugierigen Maushamster leben in der Natur einzeln und in kleinen Gruppen. In der Haustierhaltung kann man sie recht problemlos in kleineren Gruppen von 2 bis 8 Tieren halten, wenn das Gehege entsprechend groß und gut strukturiert ist. Bei Großgruppen steigt das Streitpotential.

Gruppe Maushamster m Nest
Turkmenische Maushamster wollen nicht allein sein.

Kündigt sich allerdings Streit in einer Gruppe an, hilft häufig nur noch das Trennen der Tiere, eventuell gefolgt von einer Rückvergesellschaftung. Probleme in der Gruppenstruktur zeigen sich anfangs in Form von Bisswunden am Schwanz. Übersehen Sie dieses Warnsignal, kann es zu schweren Verletzungen bis hin zum Schwanzverlust kommen. Reagiert der Halter dann nicht rechtzeitig, kann das sogar den Tod eines Maushamsters bedeuten. Streit ist in den ersten 3 Monaten nach der Vergesellschaftung oder nach einem Umzug am wahrscheinlichsten. Ist eine Gruppe erst einmal stabil und lebt in einer festen Umgebung, sind Auseinandersetzungen eher selten.

Bei Maushamstern in gleichgeschlechtlicher Haltung sind Männchen und Weibchen recht problemlos. Ausreichend Platz und/oder eine Änderung der Gruppenkonstellation entspannt die Situation bei Spannungen in der Gruppe häufig. Über den Effekt einer Kastration bei streitenden Böcken liegt mir bisher keine Info vor. In der Regel sind aber auch Bockgruppen recht harmonisch, wenn keine Weibchen in der Nähe sind.

Streitende Maushamster
Durchdringendes, hohes Piepsen: Streit ist bei Maushamstern kaum zu überhören

Maushamster bauen keine kunstvollen Nester, sondern legen meist nur Mulden im Boden an, in denen sie schlafen. Diese Mulden platzieren sie mit Vorliebe unter Heuhaufen, weshalb Sie den Tieren immer ausreichend Heu zur Verfügung stellen sollten. Darüber hinaus wird es von den Tieren auch gefressen. Bekommen Maushamster jedoch Hanf oder ähnliche Fasern, entdecken sie mitunter auch einen völlig neuen Elan zum Nestbau. Das Ergebnis sind flockige, leicht verflochtene Nester, die jedoch nicht besonders haltbar sind.

Einmal wach, scheint es für Maushamster kein Halten mehr zu geben. Lautlos und in atemberaubender Geschwindigkeit flitzen sie über den Boden, über die Steine und durch das Geäst ihres Geheges. Dabei klettern sie so extrem gut, dass sie auch an senkrechten, kaum strukturierten Flächen wie etwa einer verputzten Wand problemlos hoch kommen. Dem sollten Sie bei der Einrichtung des Geheges in jedem Fall Rechnung tragen.

Maushamster haben zwar in Gegensatz zu Hamstern keine Backentaschen, hamstern jedoch trotzdem fast immer einen Teil ihres Futters. Interessanterweise sortieren sie dabei oft die einzelnen Saaten. So finden Sie als Halter bei der Gehegereinigung beispielsweise ein reines Hirselager, in einer anderen Ecke das Getreide und wieder woanders Kürbiskerne und ähnliches.

Haltung

Turkmenische Maushamster sind sehr quirlige, bewegungsfreudige Tiere, die viel und sehr gut klettern. Daher sollte das Gehege für 2 bis 4 Tiere mindestens 100 x 50 x 100 cm – im Idealfall deutlich mehr – messen. Gute Erfahrungen habe ich in Gehegen ab 100 x 60 x 130 cm gemacht. Aber auch 2 m hohe Volieren mit Etagen werden komplett genutzt.

Maushamster auf einem Steinhaufen
Meine Maushamster lieben ihren Steinhaufen

Für die Haltung von Maushamstern sind Volieren, umgebaute Schränke und baugleiche Eigenbauten sehr gut geeignet. Auch ein Aquarium mit einem möglichst hohen Volierenaufsatz ist möglich. Aquarien allein sind zu flach und lassen nicht genügend Kletterfläche zu. Handelsübliche Gitterkäfige sind in der Regel zu klein oder der Gitterabstand ist bei ausreichender Größe zu groß. Terrarien sind in der Regel nicht zu empfehlen, da eine ausreichende Größe sehr schwer, unhandlich und teuer ist. Zudem ist bei den meisten Terrarien keine ausreichende Belüftung sichergestellt. Spezielle Anfertigungen bilden hier die Ausnahme.

Als Einstreu darf es bei Maushamstern gern Sand sein. Zumindest sollten Sie aber eine Etage mit Sandboden anbieten. Während Maushamster bei Sandschüsseln immer noch etwas fettig aussehen, verliert sich das bei Sand als Untergrund komplett. Wer nur Teile des Geheges mit Sand einstreuen möchte, kann für den Rest eine staubarme Streu, z.B. Eurolin, verwenden. Als Einstreuhöhe reichen 2 bis 5 cm aus, da Maushamster keine unterirdischen Bauten anlegen.

Maushamster spickt aus dem Gehege
Kein Gehege ist so groß, dass sich Maushamster nicht für die Welt dahinter interessieren

Bei der Einrichtung des Maushamstergeheges können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Die Möblierung sollte stark dreidimensional strukturiert, abwechslungsreich sein und ihren ausgeprägten Kletterfähigkeiten gerecht werden. Wurzeln und Äste sind also ein absolutes Muss. Gern werden auch Steinhaufen angenommen, da die Tiere aus felsigem Gelände stammen. Achten Sie bei Steinhaufen immer darauf, dass die Steine stabil verkeilt sind, so dass sich keiner (z.B. durch Untergraben) lösen und ein Tier erschlagen kann.
Hat das Gehege an den Seiten kein Gitter zum Klettern, können Sie Kokosmatten, Hanfmatten, Jutesäcke, Korkwände oder ähnliches an die Seiten- und Rückwände hängen. Auch diese werden dann gern genutzt.

Ob die Tiere ein Laufrad brauchen, scheiden sich die Geister. Nach Berichten von Haltern neigen die Tiere zwar nicht zur Laufradsucht, aber bei einem ausreichend großen, gut strukturierten Gehege benötigen sie es meiner Erfahrung nach nicht. Als Spielzeug ist es den lebhaften Gesellen aber immer willkommen.

Eine Futterschüssel für das Trockenfutter können Sie verwenden. Sie können das Futter aber auch einfach im Gehege verstreuen, sodass die Nager es suchen müssen. Für Obst, Gemüse und sonstiges Grün bietet sich allerdings eine Schale an. Wasser können Sie in einer Flasche oder einer Wasserschüssel anbieten. Letztere verschmutzen Maushamster kaum.

Ernährung

Als Trockenfutter eignet sich am besten eine kleinsaatensaatenlastige Mischung, die mit etwas Getreide und anderen Saaten, Kräutern und Trockengemüse variiert wird. Die Saaten können Sie den Nagern auch als ganze Furchtstände, z.B. als Hirsekolben oder Getreideähre, anbieten.

Maushamster sammelt Futter ein
Maushamster sammelt Futter ein

Gemüse und sonstiges Grün können Sie den Tieren anbieten, soviel sie davon mögen. Obst hingegen sollte ein eher seltenes Leckerli sein. Deshalb sollten Sie es nur in kleinen Mengen verfüttern.

Auch wenn über den Proteinkonsum der Tiere in freier Wildbahn bislang wenig bekannt ist, mögen Maushamster als Haustiere gern tierisches Protein. Sie sind sogar recht geschickte Jäger und gute Insektenfänger. Selbst ausgewachsene Heuschrecken erbeuten sie. Allerdings fressen sie im Vergleich zu anderen Jägern wie etwa Stachelmäusen deutlich weniger Insekten. Daher sollten Sie den Nagern ein- bis zweimal in der Woche Proteinfutter anbieten. Einige Gruppen verweigern allerdings lebende Insekten. Hier sollten Sie auf frisch getötete, notfalls auch auf getrocknete Insekten zurückgreifen.
Ergänzend dient Heu für die Kleinen als Rohfaserlieferant.

Bekommen sie Frischfutter, trinken Maushamster eher wenig. Trotzdem sollte ihnen immer frisches Wasser in einer Flasche oder einem Napf zur Verfügung stehen.

Fortpflanzung

Das Liebesspiel der Maushamster kann mitunter mit Streitigkeiten verwechselt werden, da das Männchen piepsend das Weibchen durch das Gehege verfolgt, bis dieses die Paarung zulässt. 29 bis 32 Tage später kommen in den Abend- oder Nachtstunden dann 1 bis 5, meist 2 bis 4 Jungtiere zur Welt.

Turkmenischer Maushamster im grauen Jugendfell
Turkmenischer Maushamster im grauen Jugendfell

Wie bei allen Nesthockern kommen die Jungen nackt und blind zur Welt. Erst mit 17 bis 23 Tagen öffnen sie die Augen und verlassen zum ersten Mal das Nest, um ihre Umgebung zu erkunden. Mit etwa 4 Wochen werden sie dann von der Muttermilch entwöhnt.
Die Geschlechtsreife tritt mit 4 bis 6 Monaten recht spät ein. Die Jungtiere können und sollten nach dem Absetzen also noch eine Weile bei den Eltern bleiben.
Bis zum Alter von etwa 6 bis 8 Monaten haben die Jungen ein blau- bis aschgraues Jugendfell, das dann vorn beginnend langsam in das Erwachsenfell wechselt.

Die Nachzucht von Maushamstern gelingt recht problemlos. Überlegen Sie sich daher vor der Anschaffung, ob Sie sich ein Pärchen oder eine gleichgeschlechtliche Gruppe ins Haus holen.
Ziehen Maushamster nach, wird der erste Wurf sehr spät, im Alter von 9 Monaten oder noch später, geboren. Auch wenn sich Maushamster in Haustierhaltung das ganze Jahr über vermehren können, kommen die meisten Jungen zwischen Januar und Mitte Mai zur Welt.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Tiere beträgt in freier Wildbahn 3 bis 3,5 Jahre, wird aber bei Haustieren oft überschritten. Meiner Erfahrung nach liegt sie hier bei 4 bis 5 Jahren.

Krankheiten

Kranker Maushamster
Erkältung durch fettiges Fell: Kranker Maushamster

Maushamster sind noch nicht domestiziert und haben daher noch eine recht robuste Gesundheit. Entsprechend werden sie selten krank. Vor Erkältungen durch Zugluft, Ernährungsfehlern und ähnlichem sind aber auch sie nicht gefeit.

In einigen Fällen treten bei der Nachzucht der Tiere Deformationen wie leere Augenhöhlen und Knickschwänze auf. Auch Verhaltensstörungen in Form von Stereotypien wie Backflips wurden schon beobachtet. Da diese Probleme genetisch bedingt sein könnten, dürfen Sie mit solchen Tieren auf keinen Fall weiterzüchten!

Auch wenn Maushamster eher selten krank sind, müssen Sie immer eine finanzielle Reserve von ca. 100 Euro für den Gang zum Tierarzt einplanen. Bedenken Sie bei der Anschaffung auch, dass sich nicht jeder Tierarzt mit diesen flinken, exotischen Nagern auskennt.

Vergesellschaftung

Sowohl die gegengeschlechtlich, als auch die gleichgeschlechtliche Vergesellschaftung von Jungtieren ist recht problemlos. Auch die gegengeschlechtliche Vergesellschaftung erwachsener Tiere ist in der Mehrzahl recht unproblematisch. Eine gleichgeschlechtliche Vergesellschaftung adulter Tiere kann dagegen schwierig werden. Bei Böcken ist sie in seltenen Fällen auch unmöglich. Ist von einem solchen Bock kein Nachwuchs gewünscht, sollten Sie ihn kastrieren lassen und mit Weibchen halten. Einzelhaltung ist keine tiergerechte Option.

Aufgrund der Agilität der Tiere sollten Sie zur Vergesellschaftung keine engen Gefäße nutzen. Sie könnten Aggressionen provozieren.
Sollten Sie Erfahrung mit der Zusammenführung adulter Maushamster haben, würde ich mich über eine Mail an angelus[at]das-maeuseasyl.de sehr freuen, um diesen Teil des Artikels mit mehr Erfahrungen zu füttern.

Anschaffung

Wenn Sie nach der Lektüre der vorangegangenen Texte Turkmenische Maushamster als Haustiere für sich entdeckt haben, sollten Sie für die Erstausstattung (Gehege, Inventar, Streu, Futter, Transportbox) je nach Gehegelösung zwischen 250 und 350 Euro einplanen. Monatlich ergeben sich je nach Gruppengröße und Futterplan Kosten für Futter und Streu in Höhe von ca. 20 bis 30 Euro.

Maushamster gibt es im Tierschutz nur als sehr, sehr seltene Zaungäste. Ihr Gang sollte Sie also zu einem seriösen Züchter führen, wenn Sie in Tierheimen und privaten Pflegestellen nicht fündig werden. Dieser kennt seine Tiere, kann Sie gut beraten und ist sicher bei der Geschlechtertrennung.

Die Geschlechtertrennung ist auch das größte Problem, wenn Sie Ihre Tiere in der Zoohandlung erwerben wollen. Die Gefahr, wider Willen ein vermehrungsfreudiges Pärchen zu erstehen, ist groß. Ebenso können die Tiere Parasiten oder Krankheiten haben, die nicht erkannt und/oder nicht behandelt wurden.

Auch auf Börsen werden Maushamster angeboten. Schauen Sie sich Tiere und Verkäufer hier gut an. Denn auch schwarze Schafe versuchen auf solchen Börsen, ihre Tiere an den Mann und die Frau zu bringen. Vereinbaren Sie im Zweifelsfall lieber einen Termin, um die Tiere beim Züchter selbst abzuholen. Dann können Sie sich Haltungs- und Zuchtbedingungen anschauen.

Artengesellschaft

Maushamster sind in der Regel eher friedliche und freundliche Gesellen. In einer Artengesellschaft gehen sie aber schnell unter, werden gemobbt und wirken gestresst. Daher sind sie für eine Artengesellschaft eher ungeeignet.

Weitere Informationen

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Quellen:
Rodent Info
Wikipedia