Nystatin

Nystatin ist ein Polyenantibiotikum, das zum Beispiel in der Nystaderm S Suspension enthalten. Diese gibt es zur oralen Eingabe.

Wirkung

Der Wirkstoff Nystatin wird von verschiedenen Bakterien gebildet, darunter Streptomyces noursei, Staphylococcus aureus und andere Streptomyces spp. Er wirkt fungistatisch und fungizid gegen verschiedene Pilze, wird jedoch hauptsächlich gegen Infektionen mit Candida eingesetzt. Gegen Protozoen, Bakterien und Viren greift er nicht.

Nystatin wirkt, indem es sich an Sterole bzw. Ergosterole der Pilzzellmembran bindet. Daher wirkt der Stoff nur gegen Organismen, deren Zellmembran Sterole enthalten. Durch die Verbindung des Nystatins mit den Sterolen ist die Membran nicht länger fähig, als selektive Barriere zu fungieren. In der Folge strömen Kalium und intrazelluläre Zellbestandteile aus der Zelle, welche schließlich abstirbt.
Candida spp. sind nur selten gegen Nystatin resistent. Liegt eine solche Resistenz vor, ist der Pilz meist auch gegen andere Polyenantibiotika resistent.
Der Wirkstoff überwindet die Plazentaschranke nicht. Ein Übergang in die Muttermilch ist ebenfalls nicht zu erwarten.

Dosierung

Bei Pilzinfektionen des Verdauungstraktes wird eine Dosierung von 15 – 20mg/kg empfohlen, die 2x täglich über 10 bis 14 Tage verabreicht werden soll.

Dosierungstabelle für Nystaderm S

Für 15 mg/kgFür 20 mg/kg
Konzentration0,15 mg/10g (= 3125 I.E)0,20 mg/10g (= 4166 I.E.)
Volumen0,15 mg = 0,007 ml0,20 mg = 0,008 ml

Anwendung

Bei Nagern wird Nystatin als Breitbandantimykotikum bei Pilzerkrankungen (insbesondere Candida) der Haut, der Schleimhäute und des Verdauungstraktes eingesetzt. Ziel bei oralen Suspensionen sind nystatinempfindliche Hefepilzinfektionen des Magen-Darm-Traktes.
Für Hefepilzinfektionen des Magen-Darm-Traktes wird ein Behandlungszeitraum von 10 bis 14 Tagen empfohlen.

Verträglichkeit

Der Wirkstoff Nystatin kann bei oraler Gabe in höheren Dosen eine ganze Reihe von Nebenwirkungen verursachen. Dazu gehören Appetitlosigkeit, Übelkeit und Durchfall. Auch eine Leberschädigung ist möglich. Bei der Anwendung von Präparaten auf der Haut kommt es selten zu Irritationen. Nystatin wird nicht intramuskulär, also in den Muskel, oder subkutan verabreicht, da es stark gewebsschädigend ist.
Eine schädigende Wirkung auf das Ungeborene während der Schwangerschaft konnte nicht nachgewiesen werden.
Nystatin sollte oral nicht zusammen mit Tetracyclin verabreicht werden, da sonst die Absorption von Tetracylin verringert wird.

Lagerung

Nystatinhaltige Präparate lagern Sie am besten fest verschlossen, lichtgeschützt bei 15 bis 25°C. Frieren Sie orale Lösungen und Suspensionen nicht ein.
Schütteln Sie die Flasche bei Suspensionen vor Gebrauch kräftig.

Haltbarkeit

Das Verfallsdatum ist auf der Packung aufgedruckt. Verwenden Sie dieses Arzneimittel nicht mehr nach diesem Datum!
Wenn Ihnen Ihr Tierarzt ein Präparat abfüllt, fragen Sie ihn immer, wie lange es verwendbar ist und notieren Sie sich dieses Datum auf dem Behälter.

Bezugsquellen

  • Tierarzt

Inhaltsstoffe

Zusammensetzung je ml Nystaderm S:

  • Nystatin 100.000 I.E.
  • Methyl-4-hydroxybenzoat (E218)
  • Propyl-4-hydroxybenzoat (E216)
  • Glycerol
  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Sucrose
  • Himbeeraroma
  • gereinigtes Wasser

Hersteller

Dermapharm AG
Luise-Ullrich-Straße 6
82031 Grünwald

mibe GmbH Arzneimittel
Münchener Straße 15
06796 Brehna
Tel.: 0 89/ 641 86-0

Quellen
Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie
Anja Ewringmann, Barbara Glöckner: Leitsymptome bei Hamster, Ratte, Maus und Rennmaus; Enke, 1. Auflage 2008
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