Transportboxen für Mäuse

Transportboxen gehören auch bei Mäusen zur Grundausstattung jedes Halters. Spätestens, wenn Sie Ihre neuen Mitbewohner abholen möchten oder mit ihnen zum Tierarzt müssen, brauchen Sie eine Box. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wofür Sie eine Transportbox – außer natürlich zum Transport der Nager – noch verwenden können, welche Boxen es gibt und welche davon sich für Mäuse und ähnliche kleine Nager bewährt haben.

Verwendung von Transportboxen

Kurze Transporte

Für Kurzstrecken im Haus oder zum Tierarzt gibt es eine ganze Reihe geeigneter Boxen, wie etwa Faunaboxen oder Henkelboxen. Wichtig: Ihre Maus muss gut Luft bekommen, aber durch großflächig geschlossene Seiten vor Zug geschützt sein. Komplett vergitterte Boxen sind daher ungeeignet. Alle Öffnungen sollten so klein sind, dass Ihr Nager den Kopf nicht durchstecken und hängen bleiben kann.

Längere Transporte

Für längere Strecken sollten Sie größere, zugluftgeschützte Boxen verwenden. Sehr gut geeignet für solche Transporte sind Dunakäfige, die es in verschiedenen Größen zu kaufen gibt. Ebenfalls gut geeignet: Makrolonboxen. Zum einen sind diese nagesicher. Zum anderen können Sie bei Pausen bequem Wasserflaschen in die Gitter einhängen. Durch die verschiedenen erhältlichen Größen können auch große Gruppen ohne Gedränge transportiert werden.

Geschlechtsbestimmung

Faunaboxen und andere durchsichtige Behälter eignen sich außerdem hervorragend für die Geschlechtsbestimmung, da Sie die betreffende Maus ohne Fluchtgefahr und ohne den Stress direkter Berühung von unten betrachten können. Das funktioniert nur bei wenigen Arten wie Maushamstern und Wüstenspringmäusen nicht zuverlässig.

Handling

Zum Einfangen, Umsetzen und Betrachten von Mäusen eignen sich am besten sogenannte Faunaboxen und baugleiche Modelle, da sich der Deckel problemlos komplett abnehmen lässt. Für ihren zweck sollten die Boxen größtenteils transparent sein. Deshalb sind auch Handlingboxen üblicherweise Faunaboxen – je nach Mausgröße mit einer Seitenlänge von 7,5 bis 15cm.

Typen von Transportboxen

Duna - Plastikkäfig bzw. Hamsterkäfig

Dunas sind Plastikkäfige, die aus einer farbigen Kunststoff-Unterschale und einem durchsichtigen Kunststoff-Oberteil mit einem aufschieb- oder aufklappbaren Gitterdeckel bestehen. Einige Modelle haben auch eine herausnehmbare Plastiketage.
Dunas gibt es in Seitenlängen von 40 bis 150cm, wobei größere Modelle schwer oder gar nicht mit mäusegeeignetem Gitter zu haben sind. Sie können aber auf das zu weite Gitter ein Maschengitter aufziehen, um solche Käfige zu nutzen.
Die Plastikkäfige eignen sich recht gut als Transportboxen über längere Strecken, da sie genug Platz bieten. Am praktikabelsten haben sich Größen zwischen 40 und 80 cm Seitenlänge erwiesen.

Achtung: Diese Boxenlösung hält starken Nagern nicht lange Stand! Für den Versand mit einem Tierkurier oder auf längeren Fahrtketten sollten Sie daher für nagefreudige Arten wie Mongolische Rennmäuse oder Vielzitzenmäuse eine andere Lösung wählen.

Vorteile
  • kaum zugluftgefährdet
  • Streu krümelt nicht raus
  • genügend Platz auch für lange Fahrten und große Gruppen
Nachteile
  • Öffnung für die Wasserflasche wird oft und gern angenagt
  • mangelhafte Belüftung (nicht für dauerhafte Haltung geeignet!)

Faunaboxen

Faunaboxen sind Boxen aus der Terraristik, die aus durchsichtigem oder transparent-braunem Kunststoff mit abnehmbaren, farbigen Plastikdeckeln bestehen. Diese gibt es in vielen verschiedenen Formen und Größen mit und ohne herausnehmnbare Teilung.
Faunaboxen sind die perfekten Handlingboxen. Die kleineren Varianten eignen sich je nach Größe zum Einfangen scheuer Nager und zum berührungslosen Untersuchen derselben sowie zur Geschlechtsbestimmung. Auch für die Fahrt zum Tierarzt oder auch zum Transport über längere Strecken ins neue Heim können Sie Faunaboxen für viele Mäusearten sehr gut verwenden. Problematisch auch hier: Sehr starke Nager fressen sich mitunter durch die schmalen Kunststoffgitter des Deckels.

Vorteile
  • kaum zugluftgefährdet
  • Streu krümelt nicht raus
  • wird i. d. R. nicht so schnell angenagt
  • lassen sich sowohl voll, als auch leer gut stapeln
Nachteile
  • bei großen Gruppen oder größeren Nagern wird es eng

Henkelboxen

Henkelboxen sind die variantenreichste Gruppe der Transportboxen für Nager. Am häufigsten verkauft werden korbförmige Boxen mit 2 Henkeln, die sich in 2 etwa gleichgroße Hälften zerlegen lassen. Die untere Hälfte ist meist eine farbige, geschlossene Schale. Die häufig weiße, hellbraune oder hellgraue obere Schale hat seitliche Lüftungsschlitze sowie einen durchsichtigen, aufklappbaren Deckel mit Lüftungslöchern.

Daneben sind noch viele weitere Formen mit einem oder zwei Henken, mit einem oder mehreren Öffnungsmechanisen und mit verschiedenen Funktionsweisen erhältlich. Daher lassen sich die Henkelboxen nur schlecht pauschal in ihrer Eignung als Mäusetransportbox einschätzen. Einige Boxenformen sind sehr gut geeignet, andere wiederum nur mit Einschränkungen oder gar nicht.

Vorteile
  • meist sehr gut belüftet
  • weitere Vorteile hängen vom konkreten Modell ab
Nachteile
  • bei großen Gruppen oder größeren Nagern wird es eng
  • vor allem seitliche Lüftungsschlitze werden gern angenagt

Makrolonboxen/ Laborboxen/ Zuchtboxen

Die bei Mäusefreunden verpönten Boxen aus der Futtertierzucht und Labortierhaltung bestehen unten aus einem Kunststoff (Makrolon oder ein Weichkunststoff) und einer Gitterauflage mit Futtermulde, in die auch eine Wasserflasche eingehängt werden kann. Makrolonboxen gibt es in den Größen T1 (inzwischen verboten), T2 (28x22x14cm), T3 (44x28x26cm) und T4 (59x38x20cm).

Makrolons eignen sich auch bei starken Nagern für einen Transport per Tierversand, da die Boxen so konzipiert sind, dass die Mäuse keinen Ansatz zum Nagen finden. Ausnahme: Akazienratten. Die finden immer eine Möglichkeit, wenn sie das wollen

Vorteile
  • gute Lüftung
  • Streu fällt nicht raus
  • kein Nageansatz am Kunststoff
  • leer gut stapelbar
Nachteile
  • bei manchen Modellen liegt das Gitter nur lose auf (-> Fluchtgefahr durch Verrutschen oder bei kräftigen, großen Arten)
  • Unfallgefahr: Mäuse können in den zusammenlaufenden Streben an den Seiten der Futtermulde mit Beinen oder Schwanz hängenbleiben

Pappkarton

Es gibt immer noch kreative Zeitgenossen, die Mäuse und andere kleine Nager in Pappkartons transportieren (wollen). Daher sei der Vollständigkeit halber hier nochmal angemerkt: Das ist eine ganz schlechte Idee. In der Regel sind Nagetiere – wenn sie das denn wollen – aus Pappbehältnissen schneller draußen, als mancher frischgebackene Halter sie zum Auto tragen kann. Einzige Ausnahme: Spitzmäuse, Elefantenspitzmäuse und ähnliche Arten, da sie keine Nager sind.